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            <titleStmt>
                <idno>III/295</idno>
                <title>Schreiben des Chefs des Zivilkabinetts Rudolf von Valentini an Theodor
                    Schiemann </title>
            </titleStmt>
            
            <publicationStmt>
                <publisher>Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)</publisher>
            <availability>
                    <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0">CC BY-SA</licence>
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                <idno type="URLWeb">https://actaborussica.bbaw.de/v9/P0005789</idno>
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                        <institution>GStA PK</institution>
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                            <idno type="shelfmark">I. HA Rep. 89, Nr. 3086, Bl.
                            242–243</idno>
                        </idno>
                    </msIdentifier>
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                    <persName ref="https://actaborussica.bbaw.de/v9/P0005789">Valentini, Rudolf von (1855-1925)</persName>
                    <placeName>Potsdam</placeName>
                    <date when="1912-06-28" cert="high"/>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="https://actaborussica.bbaw.de/v9/P0005789">Schiemann, Theodor (1847-1921)</persName>
                </correspAction>
            </correspDesc>
            <creation>
                <listChange>
                    <change type="signing">
                        <persName role="signee" ref="https://actaborussica.bbaw.de/v9/P0005789">Valentini, Rudolf
                            von (1855-1925)</persName>
                    </change>
                </listChange>
            </creation>
            <abstract>
                <p>Auf entsprechende Anfrage Mitteilung der Frequenz der wöchentlichen Vorträge von
                    Kabinettschefs, Kanzler, Militärs und Ministern sowie des Ablaufs des
                    Arbeitstages und der Gründe für Reisen Wilhelms II. Dieser leistet jährlich über
                    20.000 Unterschriften.</p>
            </abstract>
            <abstract type="short">
                <p>Valentini an Schiemann: Frequenz der Vorträge von Kabinettschefs, Militärs und
                    Ministern sowie gewöhnlicher Arbeitstag Wilhelms II. </p>
            </abstract>
        </profileDesc>
    </teiHeader>
    <text type="letter">
        <body>
            <div type="writingSession">
                <p>Ew. Hochwohlgeboren</p>
                <p>teile ich <ref xml:id="c4e5b70b-6284-45bc-a5b7-0b628455bcc7" corresp="#f99242a2-6c22-48bd-9242-a26c22a8bdb6">in Erwiderung des gef. Schreibens vom 24. d. Mts.</ref>
                    <note xml:id="f99242a2-6c22-48bd-9242-a26c22a8bdb6" corresp="#c4e5b70b-6284-45bc-a5b7-0b628455bcc7">Zum Kontext konnte nichts eruiert werden.
                                <persName ref="https://actaborussica.bbaw.de/v9/P0005789">Schiemann</persName> war journalistisch im
                            Regierungssinne tätig und plante vermutlich einen Artikel zum
                            Tagesablauf Wilhelms II. Sein Schreiben vom 24. Juni 1912 liegt der Akte
                            nicht bei.</note> und Beantwortung der gestellten Fragen Folgendes ergebenst mit: </p>
                <list>
                    <item>1. S. M. der <persName ref="https://actaborussica.bbaw.de/v9/P0005789">Kaiser u. König</persName> empfängt
                        regelmäßig zum Vortrag <list>
                            <item>die Chefs des <orgName key="P0006980">Zivil</orgName>- u. <orgName key="P0006914">Militärkabinetts</orgName> 2 Mal
                                wöchentlich</item>
                            <item>den Chef des <orgName key="P0007125">Marine Kabinetts</orgName> 1
                                Mal wöchentlich </item>
                            <item>den Kriegs-Minister, den Chef des <orgName key="P0008041">Generalstabs</orgName> der Armee, den Staatssekretär des
                                    <orgName key="P0007527">Reichs-Marineamts</orgName>, den Chef
                                des Admiralstabes der Marine 1–2 Mal wöchentlich</item>
                            <item>den <persName ref="https://actaborussica.bbaw.de/v9/P0005789">Ober Hof und HausMarschall</persName>
                                täglich. </item>
                            <item>Die übrigen Minister und Ressortchefs haben nur auf besonderen
                                Allerhöchsten Befehl oder nach Meldung Ihrerseits in wichtigeren
                                Angelegenheiten Immediatvortrag. </item>
                            <item>Den Vortrag des Reichskanzlers nimmt der Kaiser bei Anwesenheit in
                                    <placeName>Berlin</placeName> fast täglich im
                                Reichskanzler Palais entgegen; sonst nach Bedarf von Fall zu Fall
                                auf Allerhöchsten Befehl oder Meldung des Kanzlers. </item>
                            <item>Der Kaiser versammelt die kommandierenden Generäle zu Neujahr um
                                sich und sieht auch die Oberpräsidenten zu Anfang des Jahres bei
                                ihrer Versammlung im Ministerium des Innern. </item>
                        </list>
                    </item>
                    <item>2. Der Kaiser besucht die einzelnen Provinzen der Monarchie und die
                        deutschen Bundesstaaten gelegentlich der in einem bestimmten Turnus jährlich
                        stattfindenden „Kaisermanöver“. Die sonstigen Reisen im Deutschen Reich
                        erfolgen zum Zweck der Allerhöchsten Teilnahme an Einweihungen größerer
                        Baudenkmäler, Kirchen etc. und an sonstigen Festlichkeiten wie Jubiläen von
                        Instituten und Anstalten soweit sie nicht durch den Aufenthalt in den Kgl.
                        Schlössern und Besitzungen wie <placeName>Wiesbaden</placeName>, <placeName>Wilhelmshöhe</placeName>, <placeName>Homburg</placeName>
                        v. d. Höhe, <placeName>Urville</placeName>, <placeName>Cadinen</placeName> und Korfu Achilleion oder durch
                        Jagdaufenthalt in <placeName>Rominten</placeName>, <placeName>Hubertusstock</placeName> und Schlesien bedingt werden. </item>
                    <item>3. Der Arbeitstag des Kaisers verläuft in der Weise, daß in den
                        Morgenstunden die schriftlichen Berichte und Meldungen aus den verschiedenen
                        Ressorts, besonders diejenigen des <orgName key="P0006636">Auswärtigen
                            Amts</orgName> erledigt und Zeitungsauschnitte durchgesehen und mit
                        Marginalbefehlen versehen werden, von 11 Uhr bis 1 Uhr Vorträge und
                        Meldungen entgegengenommen werden; in den Spätnachmittagsstunden arbeitet
                        der Kaiser wieder allein an den schriftlichen Eingängen. Die eingehenden
                        Telegramme werden dem Kaiser zu jeder Tageszeit vorgelegt und mit
                        Allerhöchsten Weisungen den Kabinetten und Ressorts zugestellt. </item>
                    <item>4. Im Laufe des Jahres werden vom Kaiser an Unterschriften unter
                        Bestallungen, Patenten und Ordres mehr als 20.000 geleistet, von denen etwa
                        10.000 auf das Zivilressort, etwa 8.000 auf das Militärressort und etwa
                        2.000 auf das Marineressort entfallen. </item>
                </list>
                <closer>
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