Stolberg-Wernigerode, Otto Graf zu (1890 Fürst) zu

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Geburtsdatum/-ort

30.10.1837 Gedern (Hessen)

Sterbedatum/-ort

19.11.1896 Schloss Wernigerode (Landkreis Wernigerode, Provinz Sachsen)

Grundbesitz

Großgrundbesitz in der Provinz Sachsen und in Hessen, Hinzukauf der Herrschaft Radenz in Posen (ca. 8.000 ha) und des Ottowalds in Oberschlesien (29.000 ha), damit etwa 52.000 ha Grund- und Waldbesitz

Konfession

evangelisch

Verwandte und Konnubium

Gemahlin (1863): Anna Elisabeth Prinzessin Reuß-Köstritz (1837-1907); 7 Kinder; Schwager: Heinrich VII. Prinz Reuß-Köstritz (1825-1906), Diplomat

Hofamt bzw. Stellung am Hof

22.1.1884-30.6.1894 Oberstkämmerer; 20.2.1885-29.6.1888 Minister des Königlichen Hauses bei Wilhelm I. und Friedrich III.

Ausbildung

Privatschule Freiimfelde bei Halle/S.; 1851-1856 Gymnasium Duisburg, dort Abitur; 1856 Universität Göttingen (Rechte und Kameralia); 1858 Universität Heidelberg, kein Abschluß

Studentenverbindungen

1858 Corps Saxoborussia Heidelberg

Beruflicher Werdegang außerhalb des Hofes

September 1867-Februar 1873 Oberpräsident der Provinz Hannover; März 1876 Botschafter in Wien; 29.5.1878-17.6.1881 Stellvertreter des Reichkanzlers und Vizepräsident des preußischen Staatsministeriums

Militärische Laufbahn

27.1.1859 Leutnant im Regiment Garde du Corps; 13.5.1861 a. D.; 1866 Ordonnanzoffizier; 1873 Major à la suite; 1876 Oberst à la suite; 1886 Generalleutnant à la suite; 27.1.1892 General der Kavallerie à la suite der Armee

Weitere Tätigkeiten

1891-Tod Kanzler des Schwarzen Adlerordens; 1892-Tod Vorsitzender des Vereins der deutschen Standesherren

Politisches Engagement (Mandate, Gewerkschaften, Parteien)

seit 1863 Mitglied des Provinziallandtags Sachsen; 1871-1875 Landtagsmarschall; 1876 und 1882-1895 Vorsitzender des Provinziallandtags Sachsen; 1867 und 1871-1878 Mitglied des Reichstags (Freikonservative Partei); 15.11.1867 erbliches Mitglied des Herrenhauses; 22.10.1872-12.1.1877 und 20.3.1893-Tod dessen Präsident

Sozial-karitatives Engagement

1867 Rechtsritter des Johanniterordens; 1872-1876 Kanzler des Johanniterordens; Vorsitzender des Zentralkomitees der deutschen und preußischen Vereine vom Roten Kreuz

Kirchliches Engagement

1875 Mitglied und Präsident der außerordentlichen Generalsynode der Altpreußischen Union

Auszeichnungen

15.10.1861 Roter Adlerorden 2. Klasse mit Stern; 1879 Großkreuz Roter Adlerorden; 1.1.1888 Schwarzer Adlerorden

Sonstige Bemerkungen

seit November 1858 regierender Graf; seit 1878 engagiert beim Beginn der Sozialgesetzgebung Bismarcks; überzeugte Wilhelm I. 1879 von der Notwendigkeit des Zweibundes mit Österreich-Ungarn; hielt den Kulturkampf für einen Fehler und suchte ab 1879 Bismarck zum Abbau zu bewegen; zweifelte am Erfolg des Sozialistengesetzes; September 1880 Rücktrittsgesuch als Vizepräsident des Staatsministeriums im Gefühl, nur fünftes Rad am Wagen (Bismarcks) zu sein

Autobiographische Aufzeichnungen

Konrad Breitenborn (Hrsg.), Die Lebenserinnerungen des Fürsten Otto zu Stolberg-Wernigerode (1837-1896), Wernigerode 1996

Quellen

GStA PK, BPH, Rep. 8, Nr. 4, Bl. 7; Priesdorff, Bd. 10, S. 369 f.; Breitenborn, Otto zu Stolberg-Wernigerode; Wendlik, Otto zu Stolberg-Wernigerode; Nachlass im Besitz der Familie

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Zitierhinweis

Biogramm: Stolberg-Wernigerode, Otto Graf (1890 Fürst) zu. In: Die Sprache der Monarchie, hg. v. Akademienvorhaben "Anpassungsstrategien der späten mitteleuropäischen Monarchie am preußischen Beispiel (1786-1918)", Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 2 vom 30.07.2020. URL: https://actaborussica.bbaw.de/v2/P0005164

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Quelle:

Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode, in: Über Land und Meer, Bd. 77, Nr. 11, 1896, S. 184

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