Radolin, HUGO Julius Raoul Eduard Leszczyc Graf (1888 Fürst) von

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Geburtsdatum/-ort

1.4.1841 Posen

Sterbedatum/-ort

20.7.1917 Jarotschin (Krs. Pleschen)

Grundbesitz

ca. 8800 ha Fideikommiß Jarotschin und Rittergut Ponoschau (Krs. Lublinitz). Lt. Rudolf Martin, Jahrbuch des Vermögens und Einkommens der Millionäre in Preußen, Berlin 1913, Heft Provinz Posen, S. 2, 32 rd. 10-11 Mio. M Wert und 0,45 Mio. M Einkommen jährlich

Konfession

Katholisch

Verwandte und Konnubium

Gemahlin seit 1863: Lucy Wakefield, britische Offizierstochter, gest. 1880; Gemahlin seit 1892: Johanna Gräfin von Oppersdorff, Tochter des Rittergutsbesitzers Hans Graf von Oppersdorff, geb. 1864

Hofamt bzw. Stellung am Hof

6.7.1884 Hofmarschall des Kronprinzen Friedrich Wilhelm, während dessen Regierungszeit 9.3.-15.6.1888 Oberhof- und Hausmarschall; 1888-1917 Obersttruchseß von Wilhelm II.

Ausbildung

Privatunterricht; Friedrich Wilhelms-Gymnasium Berlin und Gymnasium in Bonn; nach dem Abitur 1859-1862 Jura-Studium in Bonn und Berlin; 1863 Justizdienst; 8.4.1866 Einberufung in den diplomatischen Dienst, auch auf Fürsprache des Kronprinzen Friedrich Wilhelm; 1869 Diplomaten-Prüfung und Legationssekretär

Beruflicher Werdegang außerhalb des Hofes

1869 Legationssekretär preuß. Gesandtschaft Stuttgart; 1871 beim Oberkommando der Okkupationsarmee in Frankreich; 1874 Legationssekretär Madrid, dann Dresden; 1876 1. Sekretär Deutsche Botschaft Konstantinopel; 1882 preuß. Gesandter Weimar; 18.6.1884 a. D.; Juli 1892 Botschafter Konstantinopel; April 1895 Botschafter St. Petersburg; Februar 1900 Botschafter Paris; 27.6.1910 Versetzung in den Ruhestand

Militärische Laufbahn

1860/61 Einjährig-Freiwilliger Militärdienst 7. Husaren-Regiment Bonn, deshalb 1862 Leutnant d. R.

Politisches Engagement (Mandate, Gewerkschaften, Parteien)

20.8.1879 Erbliches Mitglied des Preußischen Herrenhauses

Kirchliches Engagement

Ehrenritter des Malteser-Ordens

Vereine/Verbände

Mitglied der Casino-Gesellschaft Berlin und des Union-Club

Auszeichnungen

1877 Kammerherr; 1.1.1888 Wirklicher Geheimer Rat; 15.6.1896 Schwarzer Adler-Orden; 1910 Kronenorden I. Kl.

Sonstige Bemerkungen

1896 von Philipp Fürst zu Eulenburg als Außenminister anstelle Marschalls erwogen (John C. G. Röhl, Wilhelm II., Bd. 2, München 2001, S. 924); mit Friedrich v. Holstein befreundet; teilte die englandfreundliche Haltung des Kronprinzen Friedrich Wilhelm und sah die rußlandfreundliche Haltung Bismarcks kritisch; bemühte sich als Botschafter in Paris erfolglos um deutsch-französische Annäherung (G. Fesser in NDB)

Autobiographische Aufzeichnungen

Friedrich Thimme, Aus dem Nachlaß des Fürsten Radolin, in: Berliner Monatshefte 15 (1937), S. 725-763, 844-906

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Zitierhinweis

Biogramm: Radolin. In: Die Sprache der Monarchie, hg. v. Akademienvorhaben "Anpassungsstrategien der späten mitteleuropäischen Monarchie am preußischen Beispiel (1786-1918)", Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 2 vom 30.07.2020. URL: https://actaborussica.bbaw.de/v2/P0005710

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