Fürstenberg, MAXIMILIAN EGON II. Christian Karl Aloys Emil Leo Richard Anton Fürst zu

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Geburtsdatum/-ort

13.10.1863 Lana (Böhmen)

Sterbedatum/-ort

11.8.1941 Schloß Heiligenberg am Bodensee (Baden)

Grundbesitz

ca. 42.000 ha in Böhmen, Baden und Württemberg; in Donaueschingen auch die Fürstlich Fürstenbergsche Brauerei

Konfession

katholisch

Verwandte und Konnubium

Vetter: Karl Egon (1852-1896), 1893-1896 Mitglied des Reichstages (bei keiner Fraktion), 1896 Oberstmarschall von Wilhelm II.

Hofamt bzw. Stellung am Hof

Februar 1904-1918 Oberstmarschall von Wilhelm II. als Nachfolger seines 1896 kurzzeitig amtierendenVetters Karl Egon Fürst zu Fürstenberg; seit den Verfahren gegen Philipp Fürst zu Eulenburg Ende 1906 sehr enger Vertrauter Wilhelms II.

Ausbildung

Gymnasium in Prag; Jura-Studium in Bonn und Prag; 1885 rechtshistorische Staatsprüfung Wien; 1890 judicielle Staatsprüfung Wien

Studentenverbindungen

1883 Corps Borussia in Bonn

Beruflicher Werdegang außerhalb des Hofes

ab 1886 Verwaltung des ererbten Sekundogeniturfideikommiß Pürglitz in Böhmen; ab 1896 Haupt des Fürstlichen Gesamthauses

Militärische Laufbahn

zuletzt Charakter als Generalmajor in der deutschen und österreichischen Armee

Politisches Engagement (Mandate, Gewerkschaften, Parteien)

1899-1918 erbliches Mitglied des Preußischen Herrenhauses; 1886-1918 Mitglied des Herrenhauses des österreichischen Reichsrats (Gruppe Verfassungstreuer Großgrundbesitz, ab 1906 dessen Obmann; 1907-1918 Vizepräsident); Mitglied der Ersten Kammer von Baden und der Kammer der Standesherren von Württemberg

Kulturelles Engagement

1921 Begründung der späteren „Donaueschinger Musiktage“; Förderer des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung;

Vereine/Verbände

nach 1918 Mitglied im Stahlhelm - Bund der Frontsoldaten, dessen Überführung in die SA er 1933 unterstützte; Mitte 1933 NSDAP-Mitglied; 1938 SA-Standartenführer

Auszeichnungen

Ehrenritter des Malteser-Ordens; Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies; Schwarzer Adlerorden; k. k. Kämmerer Geheimer Rat

Sonstige Bemerkungen

erbte 1896 durch den Tod seines Vetters Carl Egon Fürst zu Fürstenberg die schwäbischen Stammbesitztümmer; lebte abwechselnd in Böhmen, Wien, Donaueschingen und Berlin; Bindeglied zwischen den Verbündeten Deutsches Reich und Österreich-Ungarn; ab 1908 Geschäftsverbindung mit Christian Kraft Herzog zu Ujest in der Holding Handelsvereinigung AG, dem sog. Fürstentrust, der 1913 im Bankrott und ca. 110 Mio. gemeinsamer Schulden endete, aber durch Ausgabe von Anleihen auf den Fürstenberg‘schen Grundbesitz u. a. durch die Deutsche Bank nicht im Ruin endete; völlige Schuldentilgung erfolgte infolge der Inflation um 1923

Quellen

GStA PK, BPH, Rep. 53, J Lit. F Nr. 3 (Briefe Fürstenbergs an Wilhelm II. 1901-1913); Degener, Wer ist‘s?, 8. Aufl., 1922, Sp. 446; Bommarius, Der Fürstentrust, S. 35 ff.

» GND-ID

Zitierhinweis

Biogramm: Fürstenberg. In: Die Sprache der Monarchie, hg. v. Akademienvorhaben "Anpassungsstrategien der späten mitteleuropäischen Monarchie am preußischen Beispiel (1786-1918)", Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 2 vom 30.07.2020. URL: https://actaborussica.bbaw.de/v2/P0005714

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