Biogramme

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Hochberg, Hans Heinrich XIV. BOLKO (Reichs-)Graf von

Geburtsdatum/-ort

23.1.1843 Schloß Fürstenstein (Krs. Waldenburg/Schlesien)

Sterbedatum/-ort

1.12.1926 Schloss Rohnstock bei Bad Salzbrunn

Grundbesitz

  • Fideikommiss Rohnstock (Krs. Bolkenhayn) und Freie Minderstandesherrschaft Neuschloss (Krs. Militsch) im Umfang von rd. 9.000 ha
Konfession

evangelisch

Ausgewählte Verwandte und Konnubium
Eltern und Ehepartner(in) werden immer und unabhängig von ihrer Tätigkeit angezeigt. Andere Verwandte erscheinen nur, wenn sie eins oder mehrere der folgenden Kriterien erfüllen:
  • Sie dienten am preußischen Hof.
  • Sie standen im höheren Staatsdienst Preußens.
  • Sie dienten als höhere Offiziere in der preußischen Armee (ab Major aufwärts).
  • Sie hatten ein politisches Mandat in Preußen inne.
  • Sie waren Großgrundbesitzer.
  • Sie hatten ein hohes Hof- oder Staatsamt außerhalb Preußens inne.

  • Vater: Hans Heinrich X. von Hochberg Fürst von Pleß (1806–1855), deutscher Standesherr und Montanindustrieller
  • Mutter: (6.6.1832) Ida Ottilie Philippine von Stechow-Kotzen (1811–1843)
    • 3 Brüder, 1 Schwester
      (Insgesamt 4, davon ausgewählt:)
    • Bruder: Hans Heinrich XI. Fürst von Pleß (1833–1907) Großgrundbesitzer und Montanindustrieller, 1872–1892 Oberstjägermeister bei Wilhelm I. und Wilhelm II.; seit 1863 Mitglied des Preußischen Herrenhauses
    • Bruder: Hans Heinrich XIII. Conrad Graf von Hochberg (1837–1858)
    • Sohn: Gottfried von Hochberg (1882–1929)
    Hofamt bzw. Stellung am Hof

    • Erblandtruchsess im Herzogtum Schlesien
    • Oktober 1886–Dezember 1902 Generalintendant der Königlichen Schauspiele
    Ausbildung

    • Gymnasium Maria Magdalena zu Breslau
    • juristische Studien in Bonn und Berlin; 1864 Eintritt in die Armee
    • musikalische Studien in Breslau und in Berlin bei J. B. André und Friedrich Kiel
    Akademischer Grad

    • 1913 Titel Professor
    Beruflicher Werdegang außerhalb des Hofes

    • 1867–1869 Attaché der preußischen Gesandtschaft in St. Petersburg
    • als Generalintendant der Königlichen Schaupiele (1886–1902) führte er 1888 erstmals Wagners „Rheingold“ und „Götterdämmerung“ auf, reorganisierte das künstlerische Personal, den Chor und die Kapelle
    • berief Felix Weingartner und 1898 Richard Strauß als Hofkapellmeister an die Hofoper
    • 1902 Rücktritt wegen eines Konflikts mit dem Hof
    Militärische Laufbahn

    • 1864–1872 Armee
    • Major a. D.
    Politisches Engagement (Mandate, Gewerkschaften, Parteien)

    • 1874–1877 Mitglied des Abgeordnetenhauses (Neukonservativ)
    • 1883–1897 Mitglied des Herrenhauses für den „alten und befestigten Grundbesitz“ Schlesiens, 1897–1918 erbliche Berechtigung (Alte Fraktion, 24.10.1918 Austritt aus Protest gegen die Verschleppung der Wahlrechtsfrage)
    Kulturelles Engagement

    • gründete 1876 die schlesischen Musikfeste in Görlitz
    • Komponist von Opern, Symphonien, Quartetten, Chören und Liedern
    Auszeichnungen

    • Titel Exzellenz
    • 1910 Ehrenbürger von Görlitz
    • 1913 Königlich Preußischer Professor
    Sonstige Bemerkungen

    • engagiert in einer Gruppe von Intendanten und Sprachwissenschaftlern, die 1898 die Schaffung einer standardisierten „Deutschen Bühnenaussprache“ anregten und begleiteten
    • unterhielt 1872–1876 in Dresden ein eigenes Streichquartett, zu dessen Mitgliedern Robert Hausmann (Violoncello) gehörte
    Quellen

    • Neubert, Deutsches Zeitgenossenlexikon, Sp. 618
    • Degener, Wer ist‘s, 6. Aufl. (1912), S. 675
    • Kosch, Wilhelm: Deutsches Theater-Lexikon : biographisches und bibliographisches Handbuch. - Klagenfurt [et al.] : Kleinmayr [et al.], 1953–1998
    • Leopold von Zedlitz-Neukirch (Hrsg.), Neues Preussisches Adels-Lexicon oder genealogische und diplomatische Nachrichten. Band 2, Leipzig 1842, S. 402
    • Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Deutsche Grafen-Haeuser der Gegenwart. In heraldischer, historischer und genealogischer Beziehung. Band 1, Leipzig 1852, S. 358–360
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    Quelle: wikimedia.commons