Pachelbel-Gehag, August Heinrich von

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Geburtsdatum/-ort

10.4.1795 Stralsund (Schwedisch-Vorpommern, 1815 als Teil der Provinz Pommern zu Preußen)

Sterbedatum/-ort

12.11.1857 in Karnin (bei Barth, Provinz Pommern)

Grundbesitz

seit 1847 Karniner Güter, mit über 1300 Hektar Land eines der größten Besitztümer in Vorpommern

Verwandte und Konnubium

Vater: Heinrich Christian Friedrich von Pachelbel-Gehag (1763-1838); Mutter: Marie Charlotte, geb. von Sodenstern; Onkel: Oberjägermeister Friedrich Wilhelm von Sodenstern; Gemahlin (23.11.1821): Charlotte Agnese Helene, geb. Freiin Schoultz von Ascherade (1804-1869); 3 Sähne, 2 Töchter, darunter Sohn: Karl Wilhelm Ehrenfried von Pachelbel-Gehag

Hofamt bzw. Stellung am Hof

gewann Gunst und Förderung des damaligen Kronprinzen und späteren Königs Friedrich Wilhelm IV. bei gemeinsamen Jagdausflügen; 21.10.1839 Mitglied des Hofjagdamtes; 1.5.1844 Hofjägermeister; am 3. März 1845 ließ der König durch den Minister des königlichen Hauses, Anton zu Stolberg-Wernigerode, seine Zufriedenheit über die Behandlung der Jagdreviere sowie die Leitung der Jagden aussprechen; 5.5.1849 (Datum Kabinettsordre) Leitung der Verwaltung des Hofjagdamtes (infinitive Übertragung der Verwaltung des bis dahin interimistisch verwalteten Hofjagdamtes nach dem Abschied des Oberjägermeisters Heinrich zu Carolath-Beuthen); 1.1.1852 Vize-Oberjägermeister; Chef des Hofjagdamtes und Verwalter des 1840 von ihm angelegten Wildparks; 30.11.1855 auf eigenen Wunsch vom Amt als Vize-Oberjägermeister und Chef des Hofjagdamtes entbunden, mit der Erlaubnis, die bisher getragene Hofchargen-Uniform auch ferner tragen zu dürfen; Friedrich Wilhelm IV. ließ ihm zu Ehren zwei Hirsche aus Bronze im Schlosspark von Karnin aufstellen

Ausbildung

bis 1806 Schulbildung im elterlichen Haus bei Karl Lappe (später Pastor und Dichter in Pütte); März 1806 Kadett in der Militärakademie in Berlin, dort Stuben-Unteroffizier; 1808 Beendigung der dortigen Ausbildung mit dem Zeugnis zum Portepee-Fähnrich; anschließend sechs Monate Gymnasium Stralsund; bis 1810 Studium der (Kriegs- und) Kameralwissenschaften an der Universität Greifswald; 1814 Forstakademie in Dreißigacker, 1815 Großherzoglich-Sächsische Forstlehranstalt Eisenach in Ruhla

Beruflicher Werdegang außerhalb des Hofes

8.5.1815 Ernennung zum Forstmeister durch den schwedischen König Karl XIII.; als Substitut des Stralsunder Oberförsters Stühmer im preußischen Staatsdienst; Inspektor des Reviers Rügen; 1816 als Nachfolger von Stühmer Oberförster; 22.10.1817 (unter Belassung seiner Stellung als Oberförster) Forstassessor bei der Regierung in Stralsund; 1818 Forstrat; Ausarbeitung eines Plans zur Organisation der Forstverwaltung in Neuvorpommern; nach der Billigumng des Plans durch das Finanzministerium und der Einrichtung von sechs Oberförstereien in Neuvorpommern Übernahme der Geschäfte des Forstrates und des Oberforstbeamten im Regierungskollegium in Stralsund; ca. 1819 zusätzlich Leitung der Verwaltung der Güter und Forste der Universität Greifswald; 27.12.1821 Forstinspektor; 11.4.1822 königlich preußischer Forstmeister; 18.6.1826 Regierungs- und Forstrat; 26.6.1827 durch allerhöchste Kabinettsordre Oberforstbeamter bei der Regierung im westfälischen Arnsberg; 21.1.1833 Verleihung des Charakters Oberforstmeister; 1837 zusätzlich Oberforstbeamter bei der königlichen Regierung in Münster; 11.6.1839 (Amtseinführung 6.8.1839) zusätzlich (vorübergehend) zweiter Oberforstmeister bei der Regierung in Potsdam mit den Inspektionen Berlin, Neustadt und Zehdenick, seit 1841 Forstverwaltung des gesamten Regierungsbezirkes (fünf Inspektionen mit 37 Oberförstereien, eine Inspektion mit drei Revieren, die später unter die königliche Hofkammer zur Verwaltung der königlichen Familiengüter gestellt wurde); 9.2.1849 Gesuch um Versetzung in den Ruhestand aus gesundheitlichen Gründen, 20.2.1849 durch Finanzminister Rudolf Rabe abgelehnt; 28.2.1850 und später weitere Abschiedsgesuche (alle abgelehnt): 12.3.1853 Abschied in die Pension vom Amt des Oberforstmeisters gewährt; blieb aber in seiner Stellung beim Hofjagdamt und damit auch in der Verwaltung des Wildparks); Sommer 1855 Rückzug aus allen Geschäften

Militärische Laufbahn

Herbst 1810 Fahnenjunker im Infanterieregiment in Stralsund; 26.2.1811 Beförderung zum Stabsfähnrich; 1811 Adjutant; 1812-1814 französischer Kriegsgefangener, erst in Stettin, ab August 1812 auf der Festung Blois in Frankreich; 5.7.1815 auf eigenen Wunsch Verabschiedung aus der schwedischen Armee als Leutnant; 1816 Leutnant im neu gebildeten vorpommerschen Landwehrbataillon; 28.8-1819 Premierlieutenant und Kompagnieführer in der Landwehr; 1825 Hauptmann im 2. Landwehr-Infanterieregiment; 10.3.1837 Gewährung des Abschieds als Major aus dem Dienst bei der Landwehr

Auszeichnungen

18.1.1836 Königlich Preußischer St. Johanniter-Orden (Ehrenritter dieses Ordens); 18.1.1841 Roter Adlerorden IV. Klasse, 18.1.1843 Roter Adlerorden III. Klasse mit Schleife; 1850 Roter Adlerorden II. Klasse;, 30.12.1853 Stern zum Roten Adlerorden II. Klasse mit Eichenlaub; 1855 Charakter eines Wirklichen Geheimen Rates mit dem Prädikat Exzellenz

Sonstige Bemerkungen

1840 plante Friedrich Wilhelm IV. die um Potsdam gelegenen Forste in Harmonie zu bringen, einen Teil des zwischen Potsdam und Werder gelegenen königlichen Forstes, die sogenannte Pirschheide, zu einem Wildpark umzugestalten, und zwischen Charlottenhof und dem Neuen Palais eine Fasanerie anzulegen. Pachelbel-Gehag erhielt den Auftrag, entsprechende Pläne auszuarbeiten, die später vom König gebilligt wurden. Bereits nach zwei Jahren waren die Arbeiten zum Wildpark großteils abgeschlossen und es befanden sich dort 200 bis 300 Hirsche. Pachelbel-Gehag widmete sich auch den Aufgaben des Hofjagdamtes sowie des Parforcejagd-Vereins, dem Prinz Carl von Preußen besondere Aufmerksamkeit schenkte. Die durchgeführten Hofjagden fanden immer zur Zufriedenheit des Königs und der Teilnehmer statt, so dass er die Organisation dieser Jagden in seinen von ihm verwalteten Forsten selbständig durchführte.

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Zitierhinweis

Biogramm: Pachelbel-Gehag, August Heinrich von. In: Die Sprache der Monarchie, hg. v. Akademienvorhaben "Anpassungsstrategien der späten mitteleuropäischen Monarchie am preußischen Beispiel (1786-1918)", Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 2 vom 30.07.2020. URL: https://actaborussica.bbaw.de/v2/P0005847

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