I/94. Immediatbericht des Hofmarschalls Ludwig von Meyerinck

RegestEinstellung von zwei Hofjägern (Söhne verstorbener Kastellane) – Antrag auf Wegfall einer Hoflakaienstelle sowie Schaffung einer Hofjägerstelle im Etat des königlichen Hofstaats

Euer Königliche Majestät haben Allergnädigst mündlich zu befehlen geruht, daß mit dem 1ten Juli d. J.

der Jäger Strunz und
der Jäger Scheele,

beides Söhne verstorbener Kastelläne, welche Euer Königlichen Majestät Erlauchtem Hause langjährig und treu gedient haben, als Hof-Jäger bei Allerhöchstdero Hofstaate angestellt werden sollen.

Es würde der p. Strunz für den mit dem 1ten Juli d.J. ausscheidenden Hof-Jäger Bechtold – dem eine Försterstelle zu Sperenberg bei Zossen verliehen ist – einrücken, dagegen würde aber der p. Scheele über die etatsmäßige Hof-Jäger-Zahl angestellt werden.

Da es sich jedoch herausgestellt hat, daß die 12 Hof-Jäger im Verhältniß zu den 17 Hoflakaien bei Eurer Königlichen Majestät Hofstaat weit mehr Dienste leisten müssen, so bitte Allerhöchstdieselben ich unterthänigst bei dieser Gelegenheit Allergnädigst genehmigen zu wollen, daß für die Folge die etatsmäßige Zahl der Hofjäger-Stellen um Eine vermehrt und dagegen von der Zahl der Hoflakaien Eine abgesetzt wird.

Für den Fall der Allerhöchsten Genehmigung meines allerunterthänigsten Vorschlages würde der p. Scheele gleichfalls auf den Etat in die Stelle des auch mit dem 1ten Juli als Förster zu Prebelow ausscheidenden Königlichen Hoflakaien Kotschedoff rücken können.

In tiefster Ehrfurcht und Submission ersterbe ich Euer Königlichen Majestät

Am 4.6.842 wurde im Geheimen Zivilkabinett folgende Kabinettsordre an Hofmarschall Meyerinck aufgesetzt: „Ich genehmige unter den am 22. v.M. von Ihnen angezeigten Umständen, daß die etatsmäßige Zahl der Hofjägerstellen um eine vermehrt u dagegen die etatsmäßige Zahl der Hoflakaienstellen um eine vermindert werde.“ (Genehmigtes Konzept; in der Akte, Bl. 13.)