Ergänzungen und Überarbeitungen

Juli 2020

  • Zitierhinweise und Versionierung ermöglichen das korrekte Zitieren der Websiteinhalte und ihre dauerhafte Verfügbarkeit.

  • Die überarbeitete Kartenansicht des Einrichtungsregisters ermöglicht nun das Nachvollziehen von (verschiedenen) Standorten einer Einrichtung auch über mehrere Jahre, wie das Beispiel des Reichstages zeigt.

  • Neue Einträge in den Biogrammen und in den Registern erweitern die Website.

  • Neue Filtermöglichkeiten im Hofkalendarium erlauben jetzt - unabhängig vom Datum - die Suche über sämtliche Einträge des Kalendariums.

November 2019

  • Verbesserte Nutzeroberfläche und neue Filtermöglichkeiten beim Höferegister

  • Erstes Stichjahr der Wohntopographie online – entdecken Sie, wo preußische Hofbeamt*innen und ihre Nachbar*innen um 1800 gewohnt haben!

  • Hofkalendarium wächst – erfahren Sie von weiteren 150 Ereignissen am Hohenzollernhof und filtern Sie die Ereignisse nun auch nach Höfen! Jetzt mit ersten Abbildungen.

  • Erstes Organigramm aus Wilhelms I. Regierungszeit online – erkunden Sie die Struktur des königlichen Hofstaats im Jahr 1861!

Über das Projekt

In dem Akademienvorhaben „Anpassungsstrategien der späten mitteleuropäischen Monarchie am preußischen Beispiel 1786 bis 1918“ werden die Integrationsleistungen und -grenzen der späten preußischen Monarchie in einer sich wandelnden Gesellschaft untersucht. Das Projekt überprüft damit die These der Neuerfindung der Monarchie im 19. Jahrhundert. Es erarbeitet ein 13-bändiges, thematisch gegliedertes Editionswerk mit dem Ziel, anhand bislang ungedruckter Quellen die Praktiken und Symbolik der späten Monarchie, kurz: die heute nicht mehr geläufige Symbolsprache der Monarchie offenzulegen und wieder lesbar zu machen. Die das Projekt begleitende Website „Die Sprache der Monarchie“ stellt sukzessive die zu bearbeitenden Themenkomplexe vor.

Das Logo, der Kammerherrenschlüssel der preußischen Könige von 1786 bis 1861, verweist auf zentrale Aspekte der Projektarbeit: Er steht allgemein für das Kernthema des Projekts – den Hof, der sozial- und kulturgeschichtlich untersucht wird und dem die Kammerherren als eine große Gruppe der Hofbeamten angehörten. Ferner weist der Schlüssel als ein prunkvolles Rangabzeichen auf die Bedeutung hin, die Symbolik in höfischen Gesellschaften als Teil der Selbstinszenierung und Artikulation hatte und die am Beispiel der preußischen Monarchie rekonstruiert wird.

Außerdem enthält die Website verschiedene Online-Module, in denen Forschungsdaten präsentiert werden, die neben den Quellenbänden erhoben worden sind. Die Online-Module bieten vielfältige Informationen und Recherchemöglichkeiten zu Organisation, Lebenswelt und Praktiken der preußischen Höfe sowie zu Biographie und Wohnsituation von Berliner Hofbeamten. Das Projekt erarbeitet seine Editionen und Forschungsdaten in enger Kooperation mit Fachkollegen im In- und Ausland, insbesondere mit dem Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA PK) in Berlin-Dahlem.


Höfe in Preußen: Organisation und Repräsentation

Den preußischen Hof hat es im langen 19. Jahrhundert nicht gegeben, denn in Preußen existierten zeitlich parallel mitunter mehr als zwanzig Hofstaaten. Den Mittelpunkt bildete immer der Hof des Königs als das funktionale und repräsentative Zentrum der preußischen Monarchie.

Daneben unterhielten in Preußen auch die Königin, der Kronprinz und die Kronprinzessin sowie sämtliche Prinzen und Prinzessinnen jeweils einen eigenen mehr oder minder aufwändigen Hofstaat, d. h. einen hierarchisch strukturierten Stab von Bediensteten. Eine moderne Monarchie- und Hofforschung hat diese Besonderheit zu berücksichtigen, um ein verlässliches Bild über das Hofleben in der preußischen Monarchie in der Zeit von 1786 bis 1918 erstellen zu können. Dementsprechend nimmt das Projekt neben den Höfen von Monarch und Monarchin, von Kronprinz und Kronprinzessin exemplarisch weitere ausgewählte Hofstaaten der Hohenzollern in den Blick und fragt nach den Strukturen, den Akteuren und Akteurinnen der Hofämter, nach deren quantitativen Dimensionen und der Entwicklung der Hofausgaben. Daraus ergeben sich weitere Fragen, wie die, ob die Hofstaaten volatil, also an die Lebensdaten ihrer Dienstherren gebunden waren, und ob die Vielzahl von Hofstaaten kulturell relevante oder sogar politische Neben- bzw. Gegenhöfe hervorbrachte.

Für Preußen hat die Forschung die These aufgestellt, dass die Hofämter gegen Ende des 19. Jahrhunderts bedeutend expandierten. Dies überprüft das Projekt durch eine quantitative wie auch qualitative Analyse der Hofämterstruktur. Ebenso wird vermutet, dass sich die Hofgesellschaft in Preußen, d. h. der Personenverband mit permanentem Zugang zum Hof, während des 19. Jahrhunderts gegenüber anderen Gesellschaftskreisen öffnete und tendenziell bürgerlicher wurde. Hierzu erschließt das Projekt bislang ungenutzte Quellen, die Kenntnisse über individuelle Karriereverläufe sowie das Leben an preußischen Höfen freigeben. In diesem Zusammenhang sollen die Quellenrecherchen ferner Aussagen darüber ermöglichen, ob es „Hoffamilien“ gab, weil Hofbeamte über Generationen hinweg aus bestimmten Familien rekrutiert wurden.

Daran schließt sich die Betrachtung der sich ändernden symbolisch-kommunikativen Beziehungen zwischen Hof/Monarchie und Untertanen/Gesellschaft an: Insbesondere die Entschlüsselung der an Preußens Höfen praktizierten Symbol- und Zeichensprache (u. a. in Form von Hofzugang, Rangordnung, Uniformen, Zeremoniell, Herrscher- und Familienporträts) wird ermöglichen, moderne Formen der Identitätsstiftung in der späten preußischen Monarchie auszumachen und verallgemeinernd deren Integrationspotenziale und Leistungsgrenzen darzulegen.


Die Daten

Bearbeiteter Bildausschnitt aus Ein Vorleseabend beim König von Preußen, Friedrich Wilhelm IV. Nach einer Originalzeichnung von Oppenheim, in: Ueber Land und Meer. Allgemeine Illustrirte Zeitung, Jahrgang 3, Bd. 5, 1.1.1861, S. 212
Hofkalendarium

Entdecken Sie Ereignisse an den preußischen Höfen zwischen 1786 und 1918.

Screenshot der Wohntopographie um 1800
Wohntopographie

Finden Sie heraus, wo die preußischen Hofangestellten im Laufe des 19. Jahrhunderts in Berlin wohnten und wer ihre Nachbar*innen waren.

Bildnachweis: Zusammenstellung und Bearbeitung folgender Bilder (v. l. n. r.)
    Fürst Christian Kraft zu Hohenlohe-Öhringen. In: René, Carl, Kamerun und die deutsche Tsâdsee-Eisenbahn. Unter Benutzung amtlichen Materials und freundlicher Mitarbeit von F. Wohltmann, Berlin 1905, zwischen S. 8 und 9.
    Schimmelmann, Adeline, in: Glimpses of my Life at the German Court, among Baltic Fishermen and Berlin Socialists and in Prison including 'A Home Abroad', London 1896, S. 16 RS.
    Graf von Borcke-Stargordt, nach einer Fotografie der Hoffotorafen Fritz Leyde & Co, Berlin. In: René, Carl, Kamerun und die deutsche Tsâdsee-Eisenbahn. Unter Benutzung amtl. Materials und freundlicher Mitarbeit von F. Wohltmann, Berlin 1905, zwischen S. 18 und 19.
    Karoline Friederike Gräfin von Berg, geborene von Haeseler (1760-1826), nach einem Gemälde von Johann Heinrich Schröder, um 1800. Quelle: Wikipedia;
    Werner, Anton von, Bildnis Herman von Lucanus, Herkunft/Rechte: Alte Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin / Klaus Göken [CC BY-NC-SA]
Biogramme

Erfahren Sie mehr über die Hofbeamt*innen, das Kabinettspersonal und weitere Akteure im Umfeld des Monarchen/der Monarchin, die zwischen 1786 und 1918 den preußischen Hofstaat bildeten.

Screenshot Startistik Hofstaaten 1865 - 1867
Organigramme

Verfolgen Sie, wie sich die Struktur der preußischen Hofstaaten sowie die Besetzung einzelner Hofämter im Laufe des 19. Jahrhunderts veränderten.